Psychotherapie

Aus den verschiedensten Gründen können Menschen im Laufe ihres Lebens in eine seelische Krise geraten, in der sie Hilfe von außen in Anspruch nehmen möchten. Die Ursachen und Auslöser können dabei sehr unterschiedlich sein und reichen von akuten Belastungssituationen über körperliche Erkrankungen bis hin zu traumatischen Erfahrungen.

 

Nicht immer ist jedoch ein konkreter Auslöser feststellbar, da es sich bei der Entstehung einer psychischen Erkrankung häufig um ein Zusammenspiel von biologischen, psychischen und sozialen Faktoren handelt.

 

Wichtiger Bestandteil der Therapie ist daher, mögliche Ursachen und Bedingungen für die Entstehung und Aufrechterhaltung einer psychischen Erkrankung zu identifizieren sowie das Zusammenspiel der verschiedenen, an der Erkrankung beteiligten Faktoren zu verstehen. Darauf aufbauend entwickeln wir eine individuelle Behandlungsplanung und mögliche Lösungsansätze. Neben der Symptomreduktion ist die Verbesserung der Lebensqualität, die in vielen Fällen meist erheblich durch die Erkrankung beeinträchtig wird, ein zentrales Ziel der Behandlung.

 

Ablauf


Die Dauer einer psychotherapeutischen Behandlung richtet sich nach Ihrem aktuellen Beschwerdebild.

 

Grundsätzlich wird durch die Reform der Psychotherapierichtlinie ab 1. April 2017 zwischen der Kurzzeittherapie 1 und 2, mit einem Umfang von jeweils 12 Sitzungen, und einer Langzeittherapie mit 60 Sitzungen unterschieden. Zudem wird ab 1.4.17 die psychotherapeutische Sprechstunde eingeführt und die Möglichkeit einer Akutbehandlung geschaffen.

 

Falls wir im Verlauf der Therapie feststellen, dass das beantragte Stundenkontingent nicht ausreicht, besteht die Möglichkeit einer Verlängerung der therapeutischen Behandlung. Eine vorzeitige Beendigung der Therapie ist ebenso möglich, falls ein volles Ausschöpfen des beantragten Stundenkontingents aufgrund einer raschen Symptombesserung nicht notwendig erscheint. 

 

Die Sitzungen finden in der Regel 1x wöchentlich statt und dauern 50 min. Bei speziellen Problemstellungen oder Krankheitsbildern (z.B. bei Angstbehandlungen) sind auch Doppelstunden möglich. 

 

Nähere Informationen zur Reform der Psychotherapierichtlinie bzw. zur neuen psychotherapeutischen Sprechstunde erhalten Sie in nachfolgender Pressemitteilung der Bundespsychotherapeutenkammer:

Pressemitteilung Psychotherapiereform
Pressemitteilung-PTReform.pdf
PDF-Dokument [133.1 KB]

 

 

Die ersten Schritte...


Zunächst vereinbaren Sie bitte telefonisch oder per Mail einen Termin für ein Erstgespräch bzw. für die psychotherapeutische Sprechstunde. Dieses Gespräch findet in der Regel sehr zeitnah statt und dient der ersten Orientierung und Einordnung der Symptomatik. Dabei werden Sie über die Notwendigkeit einer weiteren Behandlung und bei Bedarf hinsichtlich der verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten informiert und beraten. Falls Therapiebedarf besteht und ich Ihnen einen freien Therapieplatz anbieten kann, werden im Anschluss 2 bis 4 sog. "Probesitzungen" durchgeführt, in denen wir neben dem ersten Kennenlernen Ihr Anliegen genauer klären können, Ziele für die Therapie formulieren sowie die Modalitäten der weiteren Behandlung und Antragsstellung besprechen. Ebenfalls in dieser probatorischen Phase wird geklärt, ob die Therapie als Kurz- oder Langzeittherapie sowie Einzel- oder Gruppentherapie bzw. als Kombinationsbehandlung (also einer Mischung von Einzel- und Gruppentherapie) durchgeführt werden soll.

Falls ich Ihnen keinen freien Therapieplatz anbieten kann, besteht die Möglichkeit, sich in die Warteliste aufnehmen zu lassen. Bei besonderer Dringlichkeit kann zur Krisenintervention bzw. zur Überbrückung der Wartezeit auf einen freien Therapieplatz eine Akutbehandlung begonnen werden, die bis zu 12 Sitzungen à 50 Minuten umfassen kann. 

 

 

Beantragung der Kostenübernahme

 

Der Ablauf und die Frequenz einer Psychotherapie unterscheiden sich nicht zwischen gesetzlich und privat Versicherten, sondern ist abhängig vom jeweiligen Erkrankungsbild. Lediglich das Antragsverfahren ist verschieden und wird nachfolgend kurz erläutert. Weitere Informationen erhalten Sie unter dem Menüpunkt Kosten.
 

  • Gesetzliche Krankenkassen:

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten für die psychotherapeutische Behandlung. Neben der Einzeltherapie ist die Durchführung einer Gruppentherapie wie auch eine Kombinationsbehandlung möglich. Vor Behandlungsbeginn ist zunächst der Besuch der Sprechstunde sowie die Durchführung von mind. 2 bis max. 4 Probestunden notwendig, um den Behandlungsbedarf zu klären. Die Kosten für den Besuch der Sprechstunde wie auch der Probestunden werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Im Rahmen der sog. "probatorischen Phase" wird dann gemeinsam entschieden, ob eine Kurz- oder Langzeittherapie durchgeführt werden soll. Beides muss bei der zuständigen Krankenkasse beantragt werden, welche dann über die Kostenübernahme entscheidet. In dringenden Fällen kann ohne Antragsstellung eine Akutbehandlung zur Überbrückung der Wartezeit auf einen freien Therapieplatz durchgeführt werden. Die Akutbehandlung wird der Krankenkassen lediglich angezeigt, eine gesonderte Beantragung der Kostenübernahme ist hierbei nicht erforderlich.

  

  • Private Krankenkassen:

Private Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten für eine psychotherapeutische Behandlung. Der Besuch der Sprechstunde ist für die Versicherten hier nicht erforlderlich. Sinnvoll ist jedoch, vor Therapiebeginn zu klären, ob und in welchem Umfang Psychotherapie mitversichert wurde und ob eine Antragsstellung notwendig ist. Der Umfang der psychotherapeutischen Behandlung wird individuell mit Ihnen vereinbart, wobei die Sitzungen auch hier i.d.R. 1x/Woche stattfinden und 50 min dauern. Doppelstunden sind in begründeten Fällen ebenfalls möglich (s. oben).

 

  • Beihilfestellen

Die Übernahme der Therapiekosten durch Beihilfestellen ist in der Regel problemlos möglich. Informieren Sie sich bitte jedoch vor Therapiebeginn, ob eine gesonderte Antragsstellung benötigt wird.